Auf entdeckungsreise in der romantischen region wallonien

Auf entdeckungsreise in der romantischen region wallonien

Unterwegs im Reisemobil in einem faszinierenden Gebiet an der Schnittstelle zwischen lateinischer und germanischer Kultur.

Diese kurze Route führt durch die belgische Region Wallonien von Lüttich bis Durbuy und weiter über Dinant bis nach Bouillon.

Diese Region zeichnet sich durch ihre sanften Landschaften, Schlösser, Gärten und beeindruckenden Wasserläufe aus, und – ebenso erwähnenswert – durch eine erlesene gastronomische Tradition.

Lüttich

   

Lüttich oder Liège trägt den Beinamen „Cité Ardente“, die „glühende Stadt“ und ist das größte städtische Ballungszentrum von Wallonien und die drittgrößte Stadt Belgiens nach Brüssel und Antwerpen. Die Stadt war bis vor einigen Jahren Symbol der Stahl- und Kohleindustrie. Heute zeigt sie sich mit einem neuen, lebendigen Gesicht mit verborgenem Charme, das nichts mehr mit der grauen, alten „Dame“ vergangener Zeiten zu tun hat. Unter anderem dazu beigetragen hat auch das futuristische Design des Bahnhofs, der vom Stararchitekten Santiago Calatrava entworfen wurde, aber es ist auch Verdienst eines der bekanntesten Einwohner von Lüttich, Georges Simenon (und seiner Romanfigur Kommissar Maigret), dass die Stadt heute in einem neuen Licht wahrgenommen wird und eine immer größere Zahl an Touristen anzieht.

 

Lüttich ist für Reisemobilfahrer perfekt ausgestattet und bietet sich an, mit Bedacht bei einem Spaziergang entlang des Ufers des Flusses Maas erkundet zu werden, Nur so wird man die lange und reiche Geschichte der Stadt mit dem bedeutenden architektonischen und künstlerischen Erbe wirklich in sich aufnehmen.

   

Fürstbischöfliche Palast

   

Fast sieben Jahrhunderte war Lüttich Hauptstadt und der prachtvolle fürstbischöfliche Palast aus dem 16. Jahrhundert erinnert an ihren Glanz und die Stellung als bischöfliche Diözese. Der Palast ist ein großer architektonischer Gebäudekomplex, dessen Bau Ende des 10. Jahrhunderts von Notger begonnen und im 12. Jahrhundert erweitert wurde. Zwischen 1526 und 1536 wurde der Palast von Arnold van Mulken im Übergangsstil zwischen Flamboyant und Renaissance vollständig neu erbaut. Ein Besuch sollte unbedingt eingeplant werden.

 

Für Liebhaber der Antike und der Gotik gibt es hier viel zu entdecken: die Kathedrale Saint-Paul ist zum Beispiel ein beeindruckendes gotisches Bauwerk, das 1232 im frühen gotische Stil begonnen und im Jahr 1430 im Flamboyantstil beendet wurde. Die Benediktinerabtei Saint-Jacques ist ein schönes Beispiel für den Flamboyantstil und wurde von Arnold van Mulken zwischen 1513 und 1538 errichtet. Sie ist im Inneren sehr reich dekoriert, mit komplexen Sterngewölben, Fresken und Skulpturen. Besonders hervorzuheben sind die Fenster aus dem 16. Jahrhundert. Die St. Bartholomäuskirche ist eine der ältesten Kirchen der Stadt und stammt aus romanischer Zeit. Im 18. Jahrhundert wurden der Innenraum und das Portal im Barockstil umgebaut.

   

Flusses Maas

   

Flaniert man durch die von der Maas durchquerte Stadt, dann sieht man von der einen Seite ihren Ufern aus das Leben in den Vierteln aus dem 19. Jahrhundert mit eleganten Boutiquen, der Fußgängerzone und der Jugendstil-Passage Lemonnier. In diesem überdachten Durchgang kann man Kristallwaren und geblasene Gläser der besten Glaskunsthandwerker Belgiens bewundern und kaufen.

 

Auf der anderen Seite des Flusses findet man Plätze und Antiquitätenmärkte, Fachwerkhäuser und die älteren und bevölkerungsreicheren Stadtviertel von Lüttich. Natürlich darf bei einem Rundgang eine kulinarische Pause nicht fehlen, um die Köstlichkeiten der typischen Küche und das Bier zu kosten, das in Belgien eine lange Tradition hat. Zu den Spezialitäten, die man sonst nirgendwo in Belgien findet, zählen die „Boulet à la Liégeoise“ (Hackfleischbällchen nach Lütticher Art) und die „Carbonade Flamand“ (Schmorfleisch-Eintopf). Die „Boulet“ werden aus Schweine- und Rinderhack zubereitet und in einer speziellen Soße, der Sauce Lapin, gekocht. Es ist eine süßsaure Soße, deren besondere Zutat der „Sirop de Liège“ ist, ein Sirup aus gekochten Birnen und Äpfeln. Die Flämische Karbonade ist geschnetzeltes Rindfleisch, das in Bier gegart und mit verschiedenen Kräutern gewürzt wird: ein echter Gaumengenuss. Als Abschluss kann man in einem der vielen Cafés der Stadt eine „Gauffre liégeioise“, also eine der typischen warmen Waffeln essen, die es in verschiedenen Formen und Größen gibt und aus Eidotter, Butter und Zimt gemacht werden.

   

Schloss Modave

   

Verlassen wir nun das charmante Lüttich und fahren wir mit dem Reisemobil weiter, um noch mehr von der Region Wallonien zu entdecken. Diese Landschaft biete viele schöne und romantische Panoramen und war über die Jahrhunderte die Schnittstelle zwischen dem lateinisch geprägtem Europa und jenem mit germanischen Wurzeln. Aus diesem Grund besitzt Wallonien seinen ganz besonderen Reiz, da es Merkmale beider Kulturen in sich vereint. Die Route geht mit kurzen Etappen weiter und führt vorbei an Feldern, Gärten und Schlössern.

 

Die erste Station in der Provinz Lüttich ist das Schloss Modave, ein fürstlicher Wohnsitz aus dem 17. Jahrhundert mit prächtigen Räumen. Dieses auf einem Felsvorsprung gebaute Schloss gehört heute zum wichtigen Erbe der Wallonie. Die 20 Säle können besichtigt werden und sind komplett möbliert und reich dekoriert. Es gibt herrliche Stuckdecken von Jean-Christian Hansche zu bewundern ebenso wie Gemälde, Brüsseler Wandteppiche und Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert. Auch der umliegende Garten im französischen Stil, der im 19. Jahrhundert umgestaltet wurde, ist einen Besuch wert. Der Park ist während der Öffnungszeiten des Schlosses frei zugänglich.

   

Durbuy

   

Wir steigen wieder in unser Reisemobil und setzen die Fahrt in Richtung Durbuy fort, die als „kleinste Stadt der Welt“ bezeichnet wird. Das mittelalterliche Zentrum strömt seinen unveränderten altertümlichen Charme aus, mit kopfsteingepflasterten Gässchen, Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert, der Verteidigungsanlage und dem Schloss. Die Stadt ist auch für das Labyrinth von Barvaux und den Topiaripark, in dem mehr als 250 Pflanzenskulpturen in unterschiedlichsten Formen zu bewundern sind, bekannt.

   

Dinant

   

Setzen wir nun die Fahrt in Richtung Süden bis Dinant fort. Die Stadt ist als Geburtsort von Adolphe Sax bekannt, dem Erfinder des Saxophons. Es ist ein sehr faszinierender Ort, mit der Stiftskirche und ihrem auffälligen Zwiebelturm, der Zitadelle hoch oben auf dem Felsen, den typischen Häusern zwischen den Ufern der Maas und der Felswand und der romantischen Seilbahn, die das Tal mit der Festung verbindet. Es gibt zahlreiche Museen und Lokale zu besuchen, oder man unternimmt eine schöne Flussfahrt auf der Maas.

 

Folgt man dem Flusslauf, so erreicht man mit einem kleinen Abstecher die Gärten von Annevoie. Diese herrliche Gartenanlage wird mit einem Bewässerungssystem aus dem 18. Jahrhundert bewässert, das von einem umfassenden System von Wasserfällen, Wasserspielen, Brunnen und Teichen gespeist und von Pflanzenarchitekturen umrahmt wird. Authentische Kunstwerke, die diesen Park zu einem der schönsten Wassergärten machen. Außerdem sind diese Gärten ein beliebtes Brutgebiet für zahlreiche Vogelarten: weiße Schwäne, Reiher und sogar der sehr seltene schwarze Schwan. Vor dem Eingang zu den Gärten gibt es einen sehr schönen Parkplatz, auf dem man auch über Nacht stehen bleiben kann.

   

Bouillon

   

Jetzt geht es mit dem Reisemobil weiter in die kleine Stadt Bouillon, die an den Ufern der Semois liegt und von einer imposanten historischen Festung dominiert wird. Es war die Residenz des berühmten Gottfried von Bouillon, dem Anführer des ersten Kreuzzuges, der als „Baron des Ritterordens des Hl. Grabes“ bekannt war. Die Tradition huldigte ihm als legendäre Heldenfigur, sogar Dante Alighieri fügte ihn in die „Göttliche Komödie“ ein, und Torquato Tasso machte ihn zum Protagonisten seines Epos „Das befreite Jerusalem“. Diese Festung, die Gottfried verkaufte, um den Kreuzzug zu finanzieren, liegt auf dem höchsten Punkt des Felsens, der den Fluss überragt und ist vollständig erhalten geblieben. Noch heute kann man Innenhöfe, Türme und Geheimgänge erkunden. Im Burghof, wo im August ein grandioses Mittelalterfestival abgehalten wird, und für Spaß und Unterhaltung bei Groß und Klein sorgt, kann man auch einer interessanten Greifvogelschau beiwohnen und nächtliche Führungen im Schein der Fackeln machen. Wer gerne wandert findet in der Umgebung von Bouillon schöne Wege, die dem Fluss folgen. Etwas weiter in Richtung Orval können Feinschmecker einen interessanten Halt in Florenville machen, wo es die köstlichen Schokoladepralinen eines der berühmtesten belgischen Maître Chocolatier gibt: Eduard Bechoux. In seinem Labor machen wir die letzte Station und schließen unsere Rundreise im Reisemobil auf süße Weise ab.

PARK- UND STELLPLÄTZE FÜR DAS REISEMOBIL

 

Lüttich: Camping Wégimont, 76 Chaussèe de Wégimont, Soumagne

Durbuy: Camping Le Vedeur, rue Fond de Vedeur, 1

Dinant: Camping La Villatoile, Ferme de Pont-à-Lesse, Anseremme 

Annevoie: Parkplatz gegenüber dem Eingang zu den Gärten

Bouillon: Parkplatz entlang der Semois, gegenüber der Festung

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