05 Mai 2016

REISEN IM CAMPER MIT LEICHTEM ODER SCHWEREM GEPÄCK?

LEBENSQUALITÄT AN BORD

Sag mir, mit welchem Gepäck du reist und ich sage dir, wer du bist.

Was verrät unsere Art zu reisen oder die Koffer zu packen über unsere Persönlichkeit? Und wie wählt man aus dem Kleiderschrank die Kleidung und Accessoires aus, die man für die Reise mit Reisemobil tatsächlich braucht? Voilà, ein kleiner Ratgeber.

„Das nehme ich mit. Und das auch. Und das kann ich eigentlich nicht zu Hause lasen!“ So ungefähr beginnt jedes Packen kurz vor dem Aufbruch in den Urlaub – ob man nun für einen Tag, ein Wochenende oder einen ganzen Monat verreist. Man hat einen Koffer vor sich, einen leeren Rucksack, ein Gepäckstück, in das man all das packt, was man für absolut notwendig hält. Es scheint nur ein reine Transportfunktion zu haben. Aber in Wirklichkeit verrät unser Gepäckstück so einiges über uns.

Welche Bedeutung hat denn ein Koffer oder Gepäckstück wirklich?

Es handelt sich um einen Behälter, mit dem wir auf Reisen gehen. Er wird also zu einer Art persönlichem Anhang und all das, was man einpackt, hat mit der eigenen Identität zu tun. Im Innern befindet sich eine symbolische Ausstattung, ein kleiner Tresor an Erscheinungsbildern, die in anderer Form (Kleider, Hosen, Schuhe...) dafür stehen, wie man dem Unbekannten, das jede Reise birgt, begegnen möchte. Es ist kein Zufall, dass man Angst davor hat, das eigene Gepäck zu verlieren oder zu verwechseln. „Unsere Koffer sind der Spiegel all der Bilder, die wir von uns selbst mitnehmen möchten“ , sagt der Atropologe F. La Cecla.

Seltsamerweise wird das Gepäck je länger wir reisen weniger. Langzeitreisende, also diejenigen, die Monate lang weit weg von zu Hause leben, beschränken sich mit einem auf das Geringste reduzierte Gepäck. Sie wissen, dass man auf Reisen beweglich bleiben muss,. Sie haben gelernt, sich von weniger wichtigen Dingen zu trennen und konzentrieren sich auf die Gefühle und die Suche nach neuen Perspektiven.
Das gilt auch für die Reise mit dem Reisemobil, auch wenn das Reisemobil von Natur aus einladend und geräumig ist. Reisen mit dem Reisemobil bedeutet, dass man alles Notwendige zur Hand hat, aber natürlich nichts Überflüssiges. Echte Camper wissen, dass jeglicher Zusatz auf Kosten von Raum und Energie geht: Ein beladenes Reisemobil ist natürlich mühsamer zu fahren, vor allem auf unebenen Strecken, bergauf sowie in den Kurven und er verbraucht außerdem mehr Benzin. Es ist also ratsam, auf Routine und eingefahrene Gewohnheiten zu verzichten.

Wenn man mit dem Reisemobil in Urlaub geht, heißt das nicht, dass man den Kleiderschrank von daheim einfach mit nimmt. Es ist also unerlässlich, dass man bedacht eine Auswahl trifft und nach Methode vorgeht:

Liste!
Listen sind ein wichtiges Geheimrezept, um alles unter Kontrolle und organisiert zu halten: So kann man die Zahl der ausgewählten Kleidungsstücke im Auge behalten und zugleich die Zahl der Accessoires und Schuhe verringern. Außerdem kann man sicherstellen, dass man nichts vergisst. Eine „Musterliste“ sollte in erster Linie das Klima, die Art des Urlaubs sowie die Dauer berücksichtigen. Erst an zweiter Stelle stehen dann persönliche Vorlieben. In Ruhe bereitet man eine Liste für jedes einzelne Stück für die Reise vor und achtet darauf, dass sie komplett ist – von der Unterwäsche bis hin zur Jacke.

Alles auf Bett
Bevor man den Koffer packt, wird alles auf dem Bett ausgelegt und anhand der Liste kontrolliert, ob alles dabei ist. Dabei werden auch praktische Kleidungsstücke wie Trainigsanzüge, T-Shirts, Sweatshirts und bequeme Jeans nicht vergessen. Es ist ratsam, immer eine Windjacke und passende Wechselklamotten einzupacken. Bei den Schuhen wird streng ausgewählt – ein Paar pro Schuhtyp: offene Schuhe, geschlossene, Flipflops (Badeschuhe gehen auch). Nützlich und sehr praktisch, wenn nicht sogar unverzichtbar bei Regen sind wasserdichte Jacken mit Kapuze. Sie sind bei Regen ein ausgezeichneter Ersatz für die besten Regenschirme.

Falten oder einrollen?
Hier scheiden sich die Geister. Manche falten lieber nicht und lassen die Kleider ausgebreitet, andere hingegen rollen sie gern einrollen. Mit der zweiten Methode ist alles etwas geordneter, aber weniger gefaltet und man gewinnt sogar in den Schränken des Reisemobils Platz. Shirts und Strickjacken können leicht eingerollt werden, Hemden können – wenn sie wirklich eingepackt werden müssen – wieder gefaltet oder aufgehängt werden (sie knittern aber auf jeden Fall, besser man lässt sie zu Hause!)

Accessoires
Hat man einmal die Kleidung ausgewählt, ist das Beautycase und die notwendige Ausrüstung an der Reihe. Unterschiedliche Behältnisse sind nötig, in denen man die Dinge je nach Funktion verpackt: Kosmetika, Medikamente, Sonnenschutz, Seife etc. Das kommt ins Bad, damit alles bereit und verstaut ist.

Die wichtigste Regel
Jedem sein eigenes Gepäckstück: Man sollte sich beschränken und es „leicht“ halten!
Mit leichtem Gepäck reisen bedeutet, dass man sich mehr vertraut: nicht nur, damit man von A nach B reist und glücklich nach Hause zurückkehrt, sondern damit man auch bestmöglich dem begegnen kann, was zwischen A und B passiert – dem Unerwarteten und Unvorhersehbaren, mittels Organisations- und Improvisationstalent, Fantasie und Selbstständigkeit. Diese Fähigkeiten sollte unbedingt jeder besitzen, der sich Camper nennt.

Und Sie, wie reisen Sie im Reisemobil?

 
<asp:ContentPlaceHolder id="PlaceHolderPageTitle" runat="server"/>