23 Jun 2016

REISEN IM WOHNMOBIL.

LEBEN AN BORD


Fehler, die man während der Reise vermeiden sollte

Reisen scheint einfach: Man packt die Koffer, steigt ins Reisemobil, startet den Motor und los geht´s! Oft widmet man die gesamte Aufmerksamkeit den Orten und Routen, die man besuchen möchte. Doch es wäre besser festzustellen, was man nicht machen sollte, d. h. welche Fehler man während der Reise unbedingt vermeiden sollte. Hier sind Organisationstalent und Kenntnisse verlangt, die Verinnerlichung eines Regelkatalogs, den man, sobald man ihn einmal kennt, für immer präsent hat.

Die Vorgehensweise des Weglassens ist eine interessante Strategie: Ermitteln wir zuerst alles, was einen Fehler darstellt, jene Elemente, die sich möglicherweise als risikoreich für eine Reise herausstellen könnten. Es geht darum, kleine, einfache Vorsichtsmaßnahmen im Bereich der Organisation herauszufiltern und zu bewerten, die, einmal bewusstgemacht, die Basis bleiben: Wir können in jede Himmelsrichtung aufbrechen, entscheiden, welche Dinge wir sehen und ausprobieren möchten, auf wenn wir hören, aber immer in dem Bewusstsein, dass es eine Grundlage gibt, auf die sich alles stützt: unsere Fähigkeiten und Kenntnisse als Reisende.

Ein Reisender zu sein, heißt im Grunde, zu wissen, welche Fehler man auf Reisen nicht machen sollte.Ein Wohnmobilreisender zu sein, heißt, rundum eingesetzt und gefordert zu sein. Er darf nicht mit einem „einfachen“ Urlaub rechnen. Die Reise im Wohnmobil erfordert etwas Kreativität und Anpassungsvermögen.

Welche Fehler sollten daher auf unseren Reisen im Wohnmobil vermieden werden?

KURZFRISTIGE ODER VERSPÄTETE BUCHUNGEN

Wenn wir auf der Suche nach organisierten und komfortablen Unterbringungsmöglichkeiten sind, vor allem, wenn wir mit kleinen Kindern oder Haustieren reisen, ist die Wahl eines Campingplatzes oder eines Agrotourismus zu empfehlen. Wer gerne sorgenfrei losfährt, mit dem Wissen, dass ihn schon die entsprechende Unterbringungsmöglichkeit erwartet, kann seinen Stellplatz schon vor Abreise reservieren.Der richtige Zeitpunkt zur Buchung muss je nach Ferienzeit gewählt werden. So sollte in den Zeiten der vermehrten Touristenströme (z. B. in den Sommermonaten) die Buchung mindestens 6 - 8 Wochen im Voraus gemacht werden. Erst im letzten Moment zu buchen, zahlt sich nur bei Angeboten für Campingurlauber aus.

KEINE PLANUNG

Abgesehen von kleinen Ausfahrten in die nähere Umgebung ist es eine bewiesene Tatsache, dass jede Reise im Wohnmobil geplant werden muss. Neben zahlreichen Reiseführern und Karten, die uns erlauben, schon vorab die Sehenswürdigkeiten und Merkmale der Reiseziele zu kennen, empfiehlt sich auch, die Informationswebsites der Orte, die wir ausgesucht haben, zu konsultieren. Für Destinationen, die mehr Vorbereitung benötigen, ist es unerlässlich, aktuelle Informationen über Dokumente, Gesundheitsvorkehrungen, Maßeinheiten etc. zu sammeln.

Es hat sich als sehr nützlich erwiesen, die Reisetagebücher anderer Wohnmobilfahrer heranzuziehen, die den Vorteil haben, logistische Aspekte hervorzuheben, die auf eigener Erfahrung beruhen. In dieser Vorbereitungsphase ist es auch empfehlenswert, die Rastplätze zu überprüfen und mögliche Alternativen vorzusehen. Dafür sollte man sich die nützlichsten Seiten ausdrucken, um sie vor Ort griffbereit zu haben.

Was die Reise an und für sich betrifft, so der – fast banale – Ratschlag, wenn möglich, die Tage des größten Reiseverkehrs zu vermeiden.

NUR EINE ONLINE-SUCHMASCHINE

Sehr oft landen wir bei unserer Suche im Internet immer wieder auf denselben Websites oder verwenden dieselben Suchmaschinen, weil wir dort irgendwann einmal gute Gelegenheiten für Ermäßigungen, Vorteile und Angebote gefunden haben. Allerdings zahlt sich dieses Festhalten an Gewohnheiten nicht immer aus. Man sollte daher verschiedene Suchen mit unterschiedlichen Suchmaschinen und Preisvergleichsseiten durchführen.

GELDWECHSEL AN BAHNHÖFEN UND FLUGHÄFEN

Nur wenn wir wirklich keine andere Wahl haben, so wäre das ein Fehler, den man im Ausland besser vermeiden sollte: Das Ergebnis sind ungünstige Wechselkurse und oft teure Kommissionen. Hier zahlt es sich aus, bereits mit Informationen über den günstigsten Wechselkurs ins Land einzureisen oder Bargeld mit der Kreditkarte oder am Geldautomaten in einer Bank zu beheben.IN DEN TOURISTISCHEN ZONEN EINKAUFEN

In der Nähe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten scheint alles immer viel charakteristischer und schöner. Außer den Preisen und auch oft der Qualität. Restaurants und Geschäfte in den stark von Touristen frequentierten Zonen müssen sich nicht darum bemühen, um Kunden und Gäste zu werben, da hier sowieso immer etwas los ist. Darum sind diese Plätze nicht immer die beste Wahl. Man sollte deshalb ruhig erkunden, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt oder dem Rat eines Einheimischen folgen. So können wir sicher unsere Geldbörse schonen und interessante Begegnungen abseits der großen Touristenströme machen.

EINE KREDITKARTE MIT KOMMISSIONEN VERWENDEN

Oft informieren wir uns aus Bequemlichkeit oder Eile kaum über die Kosten der Kreditkarte im Ausland. Die Überraschung wartet dann bei unserer Rückkehr auf uns, wenn wir am Kontoauszug die Höhe der Kommissionen sehen. Vielleicht hätten wir mit diesem Betrag sogar noch ein paar Urlaubstage anhängen können. Man sollte daher immer vorher nachfragen und überprüfen, ob und welche Kommissionen für Zahlungsvorgänge im Ausland anfallen.

DIE ÖRTLICHEN TOURISMUSBÜROS NICHT AUFSUCHEN

Tourismusbüros sind eine wahre Fundgrube für Informationen über Orte, Veranstaltungen, Festivals, öffentliche Verkehrsmittel, Unterbringungsmöglichkeiten usw. Es gibt sie fast überall und oft sind die Mitarbeiter des Büros besser informiert als die örtlichen Führer. Es wäre wirklich schade, auf ihre wertvolle Unterstützung zu verzichten!

GELD UND KREDITKARTEN ZUSAMMEN AUFBEWAHREN

Es scheint fast überflüssig darauf hinzuweisen, aber Geld, Kreditkarten, örtliche Valuta und Dokumente in nur einer Brieftasche oder an nur einer Stelle im Wohnmobil aufzubewahren, ist keine besonders gute Sicherheitsvorkehrung. Denn wenn uns die Brieftasche gestohlen oder im Wohnmobil eingebrochen wird, verlieren wir auf einen Schlag alles. Man sollte daher diese Dinge so gut wie möglich aufteilen und nur das Allernotwendigste mit sich führen, am besten in einem Geldgürtel.

KEINE KOPIE DER AUSWEISE ODER REISEPÄSSE MACHEN

Der Verlust des Reisepasses, Führerscheins oder Personalausweises zu, besonders im Ausland, bedeutet unzählige Schwierigkeiten. Eine Kopie zur Verfügung zu haben, vielleicht auch online gespeichert oder auf einem USB-Stick, erspart viel Zeit, Geld und unnötigen Stress.

KEINE REISEVERSICHERUNG ABSCHLIESSEN

Eine Versicherung abzuschließen, besonders bei langen Reisen, ist eine sinnvolle Investition für uns und unser Wohnmobil. So können wir unter allen Umständen beruhigt auf Reisen gehen.

RATSCHLÄGE DER EINHEIMISCHEN IGNORIEREN

Wenn uns ein Einheimischer rät, gewissen Zonen zu vermeiden, sollten wir auf ihn hören: Niemand kennt die realen Verhältnisse des Ortes, an dem wir uns befinden, besser als deren Bewohner. Die Sicherheit auf Reisen schließt auch diese Art von Sensibilität mit ein.

DIE KULTUR VOR ORT NICHT BEACHTEN

Kulturelle Gepflogenheiten und Verhaltensregeln des Landes, das wir besuchen, nicht zu beachten, ist gegenüber denjenigen, deren Gäste wir sind, beleidigend und Zeichen einer mangelnden Sensibilität unsererseits. Sich hingegen anzupassen, ist der beste Beweis für geistige Aufgeschlossenheit und Voraussetzung für jeden echten Reisenden. So zeigt sich zum Beispiel, dass wir keine klare Vorstellung darüber haben, wo wir uns aufhalten, wenn wir in bestimmten Ländern auf der Straße Zärtlichkeiten austauschen, in denen zärtliche Liebesbeweise zwischen Mann und Frau in der Öffentlichkeit nicht üblich sind. Darum ist es empfehlenswert, sich auch darüber zu informieren, bevor wir mit unserem Wohnmobil aufbrechen.

AUFDRINGLICH ZEIGEN, DASS MAN TOURIST IST

Den Fotoapparat um den Hals, das Smartphone in der Hand und den Reiseführer unter dem Arm geklemmt: Viel zu oft vergessen wir, wie leicht wir in den Augen der anderen als Touristen abgestempelt werden können. In einigen Teilen der Welt setzt uns diese – auch unfreiwillige – Zurschaustellung von wertvollen Gegenständen dem Risiko von Diebstahl oder Betrügereien aus. Auch wenn es manchmal schwierig ist, in weniger touristischen Gebieten nicht aufzufallen, sollten wir doch versuchen, so unauffällig wie möglich zu bleiben.Nicht hervorzustechen heißt auch, keine unmittelbare Distanz zwischen uns und den anderen zu schaffen: Fremde und Einheimische, Wohlhabende und weniger Wohlhabende. Diese Verhaltensregel ist eine der Grundlagen des verantwortungsvollen Reisenden und Campers.

 
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