EINE REISE AUF DEN FARBENINSELN.

EINE REISE AUF DIE INSELN DER FARBENPRACHT

Mit dem Reisemobil die Azoren entdecken.

Mitten im Atlantischen Ozean liegen die Azoren zwischen Europa und Amerika. Als Reiseziel für jedermann bieten sie sich auch gut für eine Tour im Reisemobil an. Eine Reise zwischen Geschichte, Kulinarik und Vulkanen, bei der die üppige Natur die Hauptrolle spielt.

Im Reisemobil auf den Spuren von Atlantide

Unzählige Male in allen seriösen Wetterberichten wegen ihres berühmten Hochdruckgebietes erwähnt, bescheren die Azoren einem Großteil Europas oft beständiges und sonniges Wetter, sie sind aber auch ein faszinierendes und verführerisches Urlaubsziel für alle Freiluftfans und Campingfreunde, die den Kontakt mit einer außergewöhnlichen Natur lieben.

Mit einer Oberfläche von 2.333 km² erstrecken sich die Azoren auf über 600 km im Herzen des Atlantischen Ozeans. Dieses Naturparadies mit seinen vielfältigen Farben und weiten Horizonten besteht aus 9 Vulkaninseln, von denen wir hier 4 entdecken werden. Jede Insel ist anders, aber alle bieten Landschaftsszenarien von großer Schönheit: zwischen der Faszination des offenen Meeres und schwarzer Klippen, antiker Krater mit smaragdgrünen Seen und Pfaden durch eine üppige und unberührte Natur, die aufgrund ihrer Komplexität an äquatorialen Urwald erinnert, jedoch stets leicht zugänglich und gut auszukundschaften ist.

Oft werden die Azoren für ein Überbleibsel des mystischen Kontinents Atlantis gehalten, sicher ist, dass sie aufgrund ihres heterogen zusammenhängenden, aber ausreichend abgegrenzten Territoriums gleichermaßen ein Ziel für Abenteurer und Familien sind. Hier steht einem erholsamen Urlaub an Bord des Reisemobils nichts im Weg und alle kommen auf ihre Kosten: die Sehnsucht der Großen nach unbekannten Orten harmoniert perfekt mit der Entdeckungs- und Spielfreude der Sprösslinge.

São Miguel und die Hauptstadt, Ponta Delgada

São Miguel (zu deutsch Sankt Michael) ist die Hauptinsel der Azoren und auch die größte. Von Lissabon kommend ist sie ein obligatorischer Anlaufpunkt und erinnert daran, das die Inselgruppe eine autonome Region Portugals ist. Ponta Delgada ist die Hauptstadt, ein reizvolles Städtchen, wo man entspannt lebt, ganz so, wie es sich für ein unabhängiges Dasein fernab von Amerika und Europa gehört.

Ponta Delgada ist eine Stadt, die man zu Fuß entdecken sollte. Dabei darf man im Norden keinesfalls die Festung São Bras versäumen, die im 16. Jahrhundert zum Schutz der Stadt vor Piraten erbaut wurde, während des 2. Weltkriegs aber auch die Neutralität Portugals verteidigte. In Richtung Innenstadt lohnt der blühende Park António Borges mit tropischen Pflanzen, darunter ein gewaltiger Ficus mit freiliegenden Wurzeln, einen Besuch. Die Atmosphäre erinnert mit ihren Rhythmen und Farben eher an eine südamerikanische als an eine europäische Stadt. Denn niedrige Häuser, Dächer aus Tonfliesen, weiß gestrichene Fassaden, schmiedeeiserne Balkone symbolisieren ja eher den typisch barocken Kolonialstil südamerikanischer Länder. Die panoramische Strandpromenade umschließt ein Wirrwarr aus Gässchen mit Mosaik gepflasterten Bürgersteigen.

Aber den wahren Reichtum dieser Insel, die an manchen Stellen einer „Schweiz mit Meerblick“ gleicht, findet man fernab der Stadt im Landesinneren, wo Weiden von unzähligen Trockenmauern durchzogen in Vierecke geteilt werden und Tausende von Hortensien den Lavaboden durchdringen. Durch sich immer wieder abwechselnde Bauernhäuser und kleine Weiler erreicht man Ribeira Grande, ein antikes Städtchen an der Nordküste mit einem Stadtpalast und der großen, die Ortschaft überragenden Kirche Nossa Senhora da Estrella, sowie einem unendlich weiten Strand.

Die Entdeckungsreise der Insel setzt sich durch das üppig bewachsene Landesinnere in Richtung Westen bis zum 580 m hohen Aussichtspunkt Miradouro Vista do Rei fort, wo sich ein Panoramablick über die Caldeira das Sete Cidades bietet.

Der ausgedehnte Krater mit Steilwänden wird von 2 angrenzenden Seen ausgefüllt, die ihren Name der Farbe ihrer Gewässer verdanken: Lagoa Verde und la Lagoa Azul (der „blaue“ und der „grüne“ See ).

Ein Feldweg entlang des westlichen Kraterkamms verspricht einen erholsamen, 10 km langen Spaziergang durch eine bunte Blumenpracht aus Hortensien und Strelitzien, begleitet von atemberaubenden Ausblicken auf die smaragdgrünen Seen und das Blau des Ozeans.
Nach Erkundung des westlichen Teils setzen wir unsere Reise von Ponta Delgada an der gegenüberliegenden Seite der Insel fort. Dabei sollten wir unbedingt die Wasserfälle und Wassermühlen von Ribeira dos Caldeiroes besuchen und auf der Fahrt dorthin an den atemberaubenden Aussichtspunkten (Miradouro) mit Tischen und hohen Mauern an den Klippen eine Rast einlegen.

Und dann geht es auf ins Tal Valle di Furnas mit seinem See. Die gleichnamige Ortschaft liegt umhüllt von Schwefeldämpfen in einem geothermischen Park. Hier hat man die Wahl zwischen einem Bad in den Schwimmbädern mit schwefelhaltigem Wasser oder einem Spaziergang entlang der Mineralwasserquellen und weitläufiger Caldeiras mit ihren dampfenden Stellen kochenden Wassers. Einheimische bereiten gedünstete Maiskolben und ein typisches Gericht zu, das, wie sollte es anders sein, cozido caldeiras das Furnas heißt, und aus einem Eintopf aus Fleisch und Gemüse besteht, der im kochenden Wasser der Erdlöcher gegart wird.

Die Insel der Wale: Pico

Dominiert wird die Insel von einem imposanten, 2.351 m hohen Vulkangipfel, der ihr auch den Namen verliehen hat, und der zum höchsten Gipfel Portugals zählt. Schon während einer ersten Erkundungstour mit dem Reisemobil zeigt sich Pico schwarz, vulkanisch, felsig und von Wind und Wellen gezeichnet. Hier verbirgt sich in voller Größe eine Natur aus „Feuerbergen, Wind und Einsamkeit“, wie es einer der ersten portugiesischen Reisenden im 16. Jahrhundert bei seiner Ankunft auf der Insel beschrieb. Die windige und weniger von der Sonne verwöhnte Nordküste ist am rauesten und nicht so üppig bewachsen. Hier schlägt das Meer unermüdlich und gewaltig gegen die Lavafelsen der Küste. Wir durchqueren eine Reihe kleiner Weiler aus schwarzem Kalkstein, die einen gewaltigen Kontrast zum klaren Licht des Atlantiks bilden.
Die Kleinstädte Lajido, São Roque, Santo Amaro erscheinen ordentlich und menschenleer: hier stehen noch die Schütten zum Ablassen der Lanzen für den Walfang sowie Fässer, Bottiche und Kelter für die Weinherstellung, die heute der neue Reichtum der Insel ist.
In Calheta de Nesquim befindet sich ein kleines Museum mit Schiffen, Geräten für den Walfang und Fotos der letzten Walfänger: Gesichter mit herben und von Wind und Mühe gezeichneten Zügen, die aber eine unglaubliche Lebendigkeit ausstrahlen.
Im kleinen und netten Städtchen Lajes starten Ausflüge zur Wal- und Delfinbeobachtung. Hier kann man auch ein malerisches Museum besichtigen, das dem Fang dieses gigantischen Cetacea gewidmet wurde. Der antike Wirtschaftszweig dient heute als Touristenattraktion. Abends runden dann eine köstlich zubereitete Mahlzeit aus ein paar Blaumaul-Fischen (Boca-negra) und eine Flasche Frei Gigante den Tag ab.

Faial, Drehkreuz des Erdballs

An Bord unseres Reisemobils setzen wir von Pico mit der Fähre in nur 30 Minuten auf die Insel Faial über.
Trotz der reduzierten Größe der Insel ist Horta - wo wir ankommen - eine großräumige und strukturierte Stadt, die an zwei durch das vulkanische Vorgebirge der Caldeira do Inferno geschützten Naturbuchten liegt. Dank dieser Lage war die Stadt jahrhundertelang ein privilegierter Anlegeplatz auf den Atlantikrouten. Heute liegen im Hafen Segelboote gutbetuchter Segler, die den Atlantik von allen Küsten Europas, dem amerikanischen Kontinent und der Karibik aus überqueren. Bevor man in See sticht, verlangt es ein hiesiger, glückbringender Brauch, auf den Hafenwällen eine Wandmalerei zu hinterlassen. Und so sind diese wortwörtlich mit Zeichnungen, Daten und Namen, Besatzung und Schiffen übersät und erzählen von einer bunten Geschichte. Und dann sind da noch der ruhige und weltoffene Yachthafen Marina di Horta mit der Festung Porto Pim, das antike Café Peter, Treffpunkt von Matrosen aus aller Welt, und die wunderschönen Azulejos (Dekorfliesen) der Kirche São Salvador.

Terceira, die Schatzinsel

Terceira wurde als dritte von den Portugiesen entdeckt (daher ihr Name) und hat Angra do Heroismo zur Hauptstadt, die wegen ihrer Schönheit und ihres architektonischen Reichtums zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Durch zwei Festungen und das Vorgebirge des Monte Brasil geschützt war Angra ein wichtiger Anlaufhafen für den Schiffsverkehr der mit Gold und kostbarer Ware beladenen Galeonen. Trotz des Erdbebens im Jahr 1980 zeugt die Stadt immer noch von der Pracht ihrer glorreichen Zeiten. In dem städtischen Gebilde verschmelzen der klassische portugiesische Stil mit den Einflüssen der Kolonialarchitektur Südamerikas.

Zur Entdeckung der Schätze und Atmosphären sollte man 1 Tag einplanen, um in das Labyrinth der Gässchen mit ihren farbenfrohen Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert zu tauchen, die vielen prachtvollen Kirchen zu besichtigen und am Touristikhafen zu schlendern, über dem eine blauviolette Kathedrale thront. Abschließend kann man noch in den mit tropischen Pflanzen reich bewachsenen Park hinaufklettern, um einen Blick über diese gemütliche Stadt am Rande des Ozeans zu werfen. Manchmal bietet sich am Abend die Gelegenheit, hoch oben von einem Balkon aus eine Tourada à corda, eine unblutige Form des Stierkampfes, zu verfolgen, den sich ein paar tollkühne Insulaner mit den Tieren liefern, wobei oft beide „Teilnehmer“ ins Wasser fallen. Aber Terceira überrascht auch durch ihr Inselinneres, wo sich Berglandschaften mit schwefeligen Flächen, Heideland und Vulkanhöhlen abwechseln.
Im Hochland erreichen wir über eine von Tannen gesäumte Straße den See Lagoa do Negro und fahren weiter Richtung Gruta do Natal (Weihnachtshöhle), einem langen und dunklen unterirdischen Lavatunnel, und zu den Schwefelquellen Furnas do Enxofre,wo aus einem zerklüfteten Boden zwischen Moosen und Flechten heiße Dämpfe aufsteigen.
Abschließend lohnt auch der gewaltige Vulkanschlot Algar do Carvão einen Besuch. Der Felsschlot führt 90 m hinab in die Tiefe bis zu den ruhigen Gewässern eines unterirdischen Sees.
Wir beenden unseren Tag mit einer Fischsuppe, die in einem ausgehöhlten großen Brotlaib serviert wird, und genießen dazu einen edlen Tropfen des lokalen Terras de lava. Gesellschaft leisten uns die liebenswürdigen und gastfreundlichen Insulaner, die uns auf diesem blühenden Stückchen Erde der tausend Farben heimisch fühlen lassen.

NÜTZLICHE INFORMATIONEN

Portugiesisches Fremdenverkehrsamt, www.visitportugal.com
Die offizielle Webseite des Fremdenverkehrsamtes der Azoren lautet www.visitazores.com/de;
Die Inseln werden mit Fähren und Tragflügelbooten der Gesellschaft Atlanticoline (www.atlanticoline.pt) angefahren und miteinander verbunden.
Für Trekking-Freunde: www.trails-azores.com

 
 
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