Norwegen im reisemobil

Norwegen im reisemobil

Auf Entdeckungsreise zwischen Naturschauspiel Fjorde und pulsierender Hauptstadt.

Wer Reisen im Reisemobil liebt, sucht häufig nach spektakulären Landschaften, unberührter Natur und Raum zum Entdecken. Norwegen bietet all das im besten Sinne: unglaubliche Wasserfälle, imposante Gletscher, die sagenhafte Geschichte der Wikinger und – insbesondere in der Hauptstadt Oslo – Kultur, Technologie und Kunst.
Von den zahlreichen möglichen Routen in diesem wunderbaren Land, sind hier einige mit Sicherheit faszinierende Ziele aufgeführt. Bereit für die Abreise?

Bergen

   

Die belebteste Hafenstadt Südnorwegens ist sehr interessant, angefangen beim Quartier von Bryggen, dem ältesten der Stadt. Die farbenfrohen Häuserfassaden aus Holz sind zur Mole ausgerichtet und bilden so das Eingangstor zu den von der Unesco geschützten 58 Gebäuden aus Holz und Stein. Seit 1200 gab es hier Lagerhäuser, Privat- und Kaufmannshäuser und an jedem Gebäude mit Blick auf die Mole baumelte ein großer Kran, der für das Laden der Schiffswaren benötigt wurde. Heute wechseln sich in den farbenfrohen Gassen Design- und qualitätvolle Kunsthandwerksgeschäfte ab, die mit großer Sorgfalt ausgewählt wurden. Unverändert ist die ursprüngliche und nüchterne Atmosphäre.

 

Der Hafen, der lebendigste Ort, bringt den Besucher mit seinem außergewöhnlichen Fischmarkt zum Staunen. Hier vermischen sich Inhaber von Streetfoodlokalitäten mit Bedienungen, die sich den Platz auf der Mole mit den Obst- und Fischhändlern teilen. Es ist ein Triumph aus stattlichen Lachsen und marinierten Heringen, Frikadellen mit Blaubeeren und saurer Sahne, Bratkartoffeln mit Zwiebeln, Stockfisch, Forellen und sogar noch Süßwaren mit Sahne oder Halbgefrorenem mit Blaubeeren. Ein Paradies für Feinschmecker in festlicher und entspannter Atmosphäre, der man sich gar nicht mehr entziehen kann.

 

Die kulturellen Möglichkeiten fehlen auch in Bergen nicht: Beispielsweise lohnt natürlich ein Besuch im Kode Museum oder dem „Buen Retiro“ des Komponisten Edvard Grieg, das heute in ein beeindruckendes Museumshaus umgestaltet wurde und dem brillanten Nationalkomponisten gewidmet ist.

   

Tvinde

   

Aber für Reismobilfahrer, für die der Ruf der Wasserfälle und Fjorde dem der Sirenen von Odysseus gleicht, genügt ein Katzensprung außerhalb von Bergen auf der E16 mit Stopp nach zwanzig Kilometern in Tvinde zur Betrachtung der zahlreichen Wasserfälle mit einem ganz besonderen noch dazu.

 

Aber das ist erst der Anfang. Stellt man das Reisemobil auf dem Bahnhofsplatz von Flam ab und nimmt die Bahn zu den Wasserfällen, so kann man eine einzigartige Landschaft genießen: ein langgezogenes Tal, durchzogen von Wasserfällen der unterschiedlichsten Größen.

   

Sognefjorden

   

Wir begeben uns weiter im Sognefjorden, dem zweitlängsten Fjord der Welt (203 km) und dem tiefsten Norwegens (1308 m). Hier sollte man unbedingt die Wettervorhersage beachten. Es besteht das Risiko, dass der Nebel oder eintrübende Regen die spektakuläre Sicht auf steil ins Meer abfallende Felswände nimmt, die sich abwechseln mit weniger steilen und dafür grünen Bereichen mit Feldern, Obstgärten und Bauernhöfen – alles in kräftigen und kontrastierenden Farben.

   

Josteldalsbreen Nasjonalpark

   

Von Sognefjorden führen wir die Reise fort entlang des Josteldalsbreen Nasjonalpark, wo der größte kontinentale Gletscher Europas liegt.

   

Geiranger

   

Es folgen die Ausschilderungen für Geiranger, das Zentrum, das bis zum Ende des Fjords reicht und dessen Namen trägt. Achten Sie in Linge auf die Umleitung, die uns zur E136 führt, die Straße nach Ålesund.

   

Ålesund und seine Inseln

   

Alesund ist eine kleine Stadt mit 23.000 Einwohnern und erstreckt sich auf einer schmalen Landzunge, die auf dem Kontinent einmalig ist und von einer Myriade Inseln umgeben ist. Die Stadt entwickelt sich um die Altstadt, die noch vollständig vom Art Nouveau inspiriert ist. Beim Spaziergang durch die Straßen muss man einfach vor einigen Gebäuden anhalten, um die elegante und lebhafte Architektur zu bewundern. Der Kontrast mit der Hafenrealität der Stadt ist bemerkenswert: Die Linien der großen Häuser brechen mit denen der typischen Hafenstadt und der Stadtteil scheint dem Kontext entrückt – Norwegen oder Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Auf dem Meer tummeln sich große Fischkutter, Urlaubsfähren und Kreuzfahrtschiffe. Der Ursprung dieses seltsam anmutenden Mixes liegt im Jahr 1904, als ein Brand in nur wenigen Stunden die gesamte Stadt zerstörte. Daraufhin wurde Holz verboten und der Wiederaufbau der Stadt erfolgte mit Gebäuden im Liberty-Stil, vorwiegend mit folgenden Materialien: Stein, Marmor, Eisen und Edelstahl. Raum für traditionelle Holzkonstruktionen gab es nur noch für Sichtbalken in den elegantesten Cafés.

 

Abgesehen von der Architektur können wir aber erkennen, dass die Ingenieurskunst die wirtschaftlichen Fortschritte des gegenwärtigen Norwegen geprägt hat. Auf den zwei Kilometern Straße, welche im Untergrund zur Stadt führen, werden sich über dem Reisemobil 150 Meter Meer befinden. Tatsächlich handelt es sich um zwei Tunnel, die auf fast zehn Kilometern Länge unter dem Meer durchführen.

 

Eine weitere Sehenswürdigkeit insbesondere für Reisende mit Kindern ist Atlanterhavsparken, ein schönes Aquarium, das eine kleine Bucht Richtung Norden besetzt. Hier bietet sich die Gelegenheit, zu entspannen und die Welt der kalten Meere dieses Atlantikteils kennenzulernen.

   

Runde

   

Für die Mutigen hingegen lohnt sich der Weg bis hin zur Insel Runde, wo sich tausende Papageitaucher tummeln und zig weitere Vogelarten. Hier können an Bord von großen Schlauchbooten Tagesausflüge geplant werden, die auf dem Fjord fahren: Zwei Stunden Wellengang, Sprünge und andere Manöver, um unterhalb der von den Möwen, Tordalken, Kormoranen und Papageitaucher besiedelten Felsen zu gelangen, welche sich jeweils ihren Platz gesichert haben und dort von April bis in den späten Juli hinein nisten.

 

Es ist ein unvergessliches Naturschauspiel.

   

Oslo

   

Die Hauptstadt darf auf unserer Norwegentour natürlich nicht fehlen. Es ist eine faszinierende und lebendige Stadt, die durch besonders hohe Lebensqualität besticht. Das umfassende Kulturangebot, das für jeden etwas zu bieten hat, macht Oslo zu einem attraktiven Touristenziel, perfekt auch geeignet für Reisemobile.

 

Ein Besuch Oslos im Reisemobil ist einfach und unkompliziert, auch wenn die Stadt nicht über einen Stellplatz speziell für Reisemobile verfügt. Dennoch kann man auf vielen öffentliche Parkplätzen halten, die nicht weit entfernt vom Zentrum liegen. So kann man von dort leicht zu Fuß aufbrechen, auch dank eines effizienten öffentlichen Nahverkehrsnetzes (Bus und U-Bahn), das einen auch an das entfernteste Ziel bringt.


Das Stadtzentrum

Oslo ist eine moderne Hauptstadt – sehr lebendig mit vielen Neuheiten in allen Sparten von Kunst und Kultur. So ist es kein Zufall, dass der berühmteste Bürger der Stadt Edvard Munch ist, von dem die Stadt die größte Werkssammlung besitzt. In der Hauptstadt Norwegens – die heute etwas mehr als 650.000 Einwohner zählt – lebten auch Knut Hamsun und Sigrid Undset, beide Literaturnobelpreisträger sowie Henrik Ibsen, Vater der modernen Dramaturgie.

 

Ein Besuch Oslos erlaubt auch einen Schwenk in die am weitesten zurückliegende Vergangenheit der norwegischen Kultur, die wikingische und skandinavische, ohne dabei die der internationalen Beziehungen zu vergessen: Im Rathaus der Stadt findet beispielsweise die Zeremonie für den Friedensnobelpreis statt. An der Seite von so viel Modernem, zeigen die Museen der Halbinsel Bygdøy, wie in der Bevölkerung die Leidenschaft für Geschichte und norwegische Tradition verankert ist.

 

Der sicherlich modernste Teil der Stadt ist das Hafenviertel, das mit dem Bau der Oper, des Viertels Tjuvholmen und dem Projekt Lambda für das neue Munch-Museum vollständig renoviert wurde. Hier gibt es Zentren für Design, Architektur und zeitgenössische Kunst.

 

Die historischen Hauptattraktionen befinden sich hinter dem Hafen und bei der Festung Akershus, die außer den zu besichtigenden Gärten auch den großen Salon für Staatsakte, die Kapelle und das Mausoleum der Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Hintereingang des Gebäudes liegt an den Sträßchen, die zum Architekturmuseum führen und zum Museum für Zeitgenössische Kunst.

 

Richtung Zentrum entlang der parallelen Hauptstraßen in einem Raum ideal gelegen zwischen dem Königspalast mit seinen eleganten Gärten und dem Gebäude für Oper und Ballett liegen das Rathaus, das Parlament, die Eisbahn im Park Spikersuppa, die Nationalgallerie, das Historische Museum (mit dem „Wikingerschatz“, in dem man über den Alltag und die kriegerischen und schifffahrenden Völker mehr erfahren kann) und außerdem noch die katholische Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert, die dem Heiligen Olaf geweiht ist. Von der Hafenpromenade erreicht man mit der Tram Nr. 12 innerhalb der Gärten Frogner, den Vigeland Skulputurenpark, ein faszinierendes und originelles Ensemble an Stein- und Bronzeskulpturen. Mit der U-Bahn erreicht man hingegen den Sitz des Munchmuseet, die weltweit größte Sammlung des großen expressionistischen Malers.

   

Bygdøy

   

Das andere kulturelle Herz mit hoher Museendichte ist die Halbinsel Bygdøy, die den Golf westwärts des Hafens schließt. Man kann dorthin sowohl per Reisemobil, als auch mit einem kleinen Boot auf einer touristischen Rundfahrt gelangen. Am höchst gelegenen Punkt des kleinen Kaps befindet sich das Norsk Folkemuseum, eine unvergessliche Sammlung an historischen Gebäuden, die eine außergewöhnliche, aus dem 13. Jahrhundert stammende Holzkirche umfasst, aber auch traditionelle Werkstätten, wo im Sommer auch Aufführungen in Kostümen stattfinden. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Vikingskipshuset, ein Museum, das die besonderen Funde zweier Wikingerschiffe ausstellt und außerdem die Technik und Fähigkeiten der Schifffahrt dieses antiken Volkes illustriert.

 

Bewegen wir uns Richtung Meer, erreichen wir in einer Verbreiterung, die auf den Hafen blickt das Meeresmuseum, das dem Volksschiff Fram gewidmet ist – mit interessanten Rekonstruktionen der arktischen Speditionen – und das Museum Kon-Tiki, das die weltberühmte Reiseerfahrung von Thor Heyerdahl erzählt und das Floß ausstellt, das ihm die Überfahrt auf dem Pazifik ermöglichte.


Das Jedermannsrecht „Allemannsretten“

Eine Besonderheit Norwegens, die von allen Naturreisenden geschätzt wird, ist das Recht, während der schönen Jahreszeit überall spazieren gehen und sein Zelt aufstellen zu dürfen. „Das allemannsretten“ hat eine lange Geschichte und garantiert allen das Recht, im Kontakt mit der Natur zu leben, auch in großen Privatbereichen - sofern man dazu beiträgt, die Umwelt sauber zu halten. An der frischen Luft zu sein, auf dem Land, in freien Gebieten ist nicht nur legal, sondern sogar empfohlen „als gesunde Aktivität in der Freizeit, im respektvollen Umgang mit der Natur, welche ein gutes Lebensgefühl verleiht“. Dieser Satz ist sinngemäß ein Auszug aus dem Jedermannsrecht, das seit 1957 das Recht auf Zugang zur Natur festlegt. Kraft dessen kann man bedenkenlos unter dem Sternenhimmel auf dem Land und im Wald übernachten, solange man sich mindestens 150 Meter vom nächsten Wohngebäude entfernt hält. Es können Beeren gesammelt werden, Pilze und Feldblumen und man darf am Meer ohne Lizenz für den privaten Verzehr angeln gehen. Die Hauptregeln sind einfach: im Respekt und mit Fürsorge für die Natur. Das ist ein Zeichen von Kultur und sehr konkreter Offenheit und Aufgeklärtheit, das jeder Camper zu schätzen weiß.


NÜTZLICHE INFORMATIONEN


Stellplätze und Campingplätze

Abgesehen von der Möglichkeit des frei wählbaren Stellplatzes, was in Norwegen Gang und Gäbe ist – solange es im respektvollen Umgang mit der Umwelt erfolgt – finden Sie nachfolgend einige Campingplätze auf der Route:

- Lillehammer (Dampsagveien 47, Lillehammer, www.lillehammer-camping.no),

- Sæta (Ortschaft Otta, saeta.no)

- Hageseter (Gautåsætervegen 84, Dombås, www.hageseter.no)

- Skottevik Feriesenter, Høvåg, 4770 Kristiansand, ganzjährig geöffnet, Tel. +47 37269030

- Preikestolen Camping, Jørpeland, Preikestolvegen 97, Strand, ganzjährig geöffnet, Tel. +47 48193950

- Bratland Camping, Bergen, Brattlandsveien 6, 5268 Haukeland, Bergen Tel. +47 55 10 13 38

- Geiranger Camping, Geiranger (Geirangerfjord) 6216 Geiranger, 10. Mai – 20 September geöffnet, Tel. +47 70 26 31 20;

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