MIT DEM REISEMOBIL DIE PRÄCHTIGEN MOSAIKE VON RAVENNA ENTDECKEN

MIT DEM REISEMOBIL DIE PRÄCHTIGEN MOSAIKE VON RAVENNA ENTDECKEN

Wir erkunden Ravenna, ein „Mosaik“ an Kunst und Kultur aus uralten Zeiten.
Die Stadt Ravenna hütet den reichsten Mosaikschatz der Menschheit, der in das 5. und 6. Jahrhundert zurückreicht. Darüber hinaus stehen ganze 8 Denkmäler der Stadt in der Liste des UNESCO-Welterbes.
Entdecken wir gemeinsam diese prächtige, faszinierende und antike Stadt Italiens.

Ravenna ist ein echtes „Mosaik“ an Kunst und Kultur, deren Ursprünge bis weit in die Antike zurückreichen.

Acht Denkmäler dieser Stadt stehen in der Liste des UNESCO-Welterbes und hier befindet sich der reichste Mosaikschatz der Menschheit, der in das 5. und 6. Jahrhundert zurückreicht.

  

Unsere Entdeckungstour startet an der Piazza San Francesco, wo wir ein Einheitsticket zur Besichtigung der UNESCO-Stätten kaufen, und dann die Kirche San Francesco (Basilica di San Francesco) aus der Mitte des 5. Jahrhunderts besichtigen.
Die Kirche mit 3 Schiffen hat eine schlichte Form und eine Fassade aus Ziegelstein neben einem gewaltigen quadratischen Glockenturm. Wie es oft bei den Kirchen Ravennas geschah, wurde auch diese mehrmals erhöht: In der Tat befindet sich die Originalebene der Basilika 3,6 m unter die derzeitigen Straßenebene. Unter dem Hauptaltar ist die Krypta aus dem 10. Jahrhundert gut durch ein Fenster zu sehen. Obwohl ihr Boden konstant unter Wasser steht, kann man die Bodenmosaike der Originalkirche bewundern.

In dieser Basilika fand 1321 die Begräbnisfeier des grandiosen Dichters Dante Alighieri statt. Sein Leichnam ruht noch heute im angrenzenden Dante-Grabmal (Tomba di Dante): ein kleiner Tempel im neoklassischen Stil, in dessen Innenraum sich über der Graburne das Bildnis des in Literatur versunkenen Dichters abhebt, eine Flachreliefskulptur aus dem Jahr 1483.

Über die Via Ginanni erreichen wir die Piazza Arcivescovado und betreten das Erzbischöfliche Museum (Museo Arcivescovile) mit zahlreichen Kunstwerken, die aus der antiken Kathedrale und anderen heute zerstörten Bauwerken stammen. Hier wird auch die berühmte Maximianskathedra (Cattedra di Massimiano) aufbewahrt, eine der wichtigsten Elfenbeinskulpturen aller Zeiten und Werk byzantinischer Künstler aus dem 6. Jahrhundert. Zum Museum gehört auch die Erzbischöfliche Kapelle (Cappella di S. Andrea), die mit prächtigen Mosaiken geschmückt ist. Sehr beeindruckend ist auch das Gewölbe des Vestibüls, wo an einem goldenen Himmel zwischen Lilien und kleinen Rosen die Gestalten der 99 Vogelarten abgebildet sind.

In derselben Gegend besichtigen wir auch das Baptisterium der Kathedrale (Battistero degli Ortodossi), das älteste Bauwerk in Ravenna, das Ende des 4. Jahrhunderts errichtet wurde. Im Gegensatz zur schlichten und schmucklosen Fassade aus Ziegelstein ist der Innenraum prächtig und reich an leuchtenden Mosaiken. In der Mitte enthält ein achteckiges Taufbecken, das im Jahr 1500 aus griechischem Marmor und Porphyr überarbeitet wurde, noch originale Fragmente.

In der Nähe erhebt sich auch der Dom, die erste Kathedrale von Ravenna.
Im 5. Jahrhundert erbaut, wurde sie mehrmals überarbeitet, bis 1733 der Abriss erfolgte, um mit dem derzeitigen Bau zu beginnen, der 1743 abgeschlossen wurde. An der Kreuzung zwischen der Via Rasponi und der Via Guerrini befindet sich der Giardino Rasponi oder Giardino delle Erbe Dimenticate, ein reizvolles, öffentliches Fleckchen Grün. Seine mächtigen Ringmauern dämpfen den Stadtlärm und schaffen eine Oase der Ruhe, in der Farben und Düfte der angebauten Kräuter herrschen. Diese stammen sowohl aus den Rezeptbüchern der Gewürzhändler als auch aus der mediterranen Küche. Der Blick fängt einen herrlichen Ausschnitt der Domkuppel und des schönen runden Glockenturms ein.

   

  

Die im Jahr 548 geweihte Kirche San Vitale (Basilica di San Vitale) ist eines der wichtigsten frühchristlichen Bauwerke und gilt als pure Pracht der byzantinischen Kunst im Westen. Der östliche Einfluss ist hier unverkennbar, denn die Kirche ist in der Tat nicht in drei Schiffe unterteilt, sondern weist einen zentralen Kern mit achteckigem Grundriss auf, über dem eine Kuppel ragt, wobei sich das Ganze auf acht Pfeiler und Bögen stützt. Hohe Räume und die leuchtenden Farben der Mosaike, die das Gewölbe des Presbyteriums und die Koncha schmücken, ziehen die Blicke der Besucher in ihren Bann. Das durch die Alabasterfenster fallende Licht erleuchtet beeindruckend Marmor, Kapitelle und Mosaiken.

Neben der Basilika steht das Mausoleum der Galla Placidia (Mausoleo di Galla Placidia). Galla Placida war die Schwester des römischen Kaisers Onorio, der das Bauwerk um die Mitte des 5. Jahrhunderts errichten ließ. Es handelt sich um ein kleines Bauwerk in Form des Passionskreuzes, dessen Innenraum durch die prächtigen Mosaike größer erscheint. Diese erstrecken sich im gesamten oberen Teil mit Verlauf nach oben, was eine besondere Tiefenwirkung in einer leisen und sanften Atmosphäre erzeugt. Dieses Bauwerk ist so gut erhalten, das es im Verlauf der Zeit unverändert blieb.

Über die Via Cavour erreichen wir die Piazza del Popolo, wo sich zwei Säulen erheben, auf denen die Statuen der Schutzpatronen des hl. Apollinaris und des hl. Vitalis thronen. An den Seiten stehen das Rathaus (Palazzo Comunale), der Palazzetto Veneziano (1444), der Regierungspalast (Palazzo del Governo) aus dem 18. Jahrhundert mit Sitz der Präfektur sowie der Uhrenpalast (Palazzo dell’Orologio pubblico).

   

  

Nachdem wir die Piazza del Popolo hinter uns gelassen haben, erreichen wir nach wenigen Minuten das Baptisterium der Arianer (Battistero degli Ariani). Das Bauwerk wurde zum Ende des 5. Jahrhunderts errichtet, als Theoderich herrschte und der Arianismus die offizielle Religion am Hof war. Die Kuppel ist vollständig mit Mosaiken verziert und in den beiden kreisförmigen Registern befinden sich eine Darstellung der Taufe Christi mit Johannes dem Täufer, die Personifizierung des Flusses Jordan und die Taube des Heiligen Geistes; im äußeren Register beachte man den leeren Thron der Hetoimasia (ein ikonographisches Thema, das die Darstellung des leeren Throns mit dem Christusmonogramm zeigt und dessen Sinn auf die zweite Erscheinung auf der Erde zum Jüngsten Gericht zurückgeht). Weiterhin sind die zwölf Apostel mit den zu überreichenden Kronen zu sehen.

Nun setzen wir unseren Weg auf der Via di Roma fort und gelangen zur Basilika Sant’Apollinare Nuovo.
Die Fassade präsentiert einen Bogengang aus dem 16. Jahrhundert und einen zylindrischen Kirchturm. Tritt man in die Basilika ein, hält man unweigerlich den Atem an, denn die Schönheit ist berauschend. Wir stehen vor den größten und wundervollsten Mosaiken, die von der Antike bis zu uns gelangt sind. Der Innenraum der Basilika weist drei Schiffe auf, die von 24 Säulen aus griechischem Marmor mit korinthischen Kapitellen gesäumt werden und über denen sich eine Kassettendecke aus dem Jahr 1611 erhebt. Die Mosaike an den Seiten sind spektakulär: wie ein zauberhaftes Bilderbuch, das mit kostbaren Details von antiken Orten, Mythen und Bräuchen erzählt.

   

    

Wir folgen weiter der Via di Roma und stoßen auf den Palast Theoderichs (Palazzo di Teodorico), ein Gebäudefragment aus Mauersteinen, in dem Teile von Bodenmosaiken erhalten sind. Nach dem Teatro Rasi erreichen wir Santa Maria in Porto mit ihrer spätbarocken Fassade und das MAR - Kunstmuseum der Stadt, das sich innerhalb des Monumentalbaus der Loggetta Lombardesca befindet und Sitz zahlreicher Kunstausstellungen und einer modernen und mittelalterlichen Kunstsammlung ist. Zudem umfasst es das Mosaik-Dokumentationszentrum und eine zeitgenössische Mosaiksammlung, die von der Nachkriegszeit bis heute reicht.

Auf unserer Tour darf natürlich die Basilica di S. Apollinare in Classe nicht fehlen, die sich ca. 8 km von Ravennas Zentrum entfernt befindet.
Während der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts errichtet, zählt sie zu einer der faszinierendsten und am besten erhaltenen Kirchen von Ranvenna.
Sie erhebt sich einsam und majestätisch auf einer weiten grünen Ebene, die einen Kontrast zu ihren roten Backsteinen bildet. Erbaut wurde sie im Auftrag des Erzbischofs Ursicino von Giuliano Argentario auf einem ehemaligen Friedhofsgelände, das zwischen Ende des 2. und Anfang des 3. Jahrhunderts genutzt wurde. Die Kirche gilt als größtes Beispiel einer frühchristlichen Kirche. Trotz der im Laufe der Jahrhunderte erfahrenen Spoliationen hat sie bis heute die Schönheit ihrer Originalstruktur bewahrt und begeistert mit ihren prächtigen bunten Mosaiken.
Die Bezeichnung „in Classe“ stammt von der antiken römischen Stadt „Civitas Classis“, die im Zusammenhang mit dem Hafen und auf Bestreben von Cesare Augusto zur Verteidigung der Adria entstanden ist. In dieser Stadt traf gegen Ende des 1. Jahrhunderts der hl. Apollinaris ein, der die erste Christengemeinde gründete, dessen Bischof er zugleich war. Nach seinem Tod wurde er außerhalb der Mauern der „Civitas Classis“ auf dem Friedhofsgelände bestattet, wo heute die Basilika steht.

Der Innenraum der Kirche präsentiert drei Schiffe, die durch eine Doppelreihe mit 24 prächtigen Säulen aus griechischem, quer gemasertem Marmor mit aufgesetzten eigentümlichen, byzantinischen Kapitellen voneinander getrennt sind. Entlang der Wände des Mittelschiffs zeigen eine Reihe von Medaillons die Bischofsnachfolge von Ravenna.
Aber von unumstritten ästhetischem Effekt ist der Ausblick auf die prächtige Apsis und den Triumphbogen, die beide vollständig mit bunten Mosaiken byzantinischer Herkunft bedeckt sind. Entlang der Seitenschiffe befinden sich 10 Sakrophage aus griechischem Marmor, die der Bestattung der Bischöfe von Ravenna dienten.

Als Nächstes besichtigen wir das Mausoleum des Theoderich (Mausoleo di Teodorico). Das Mausoleum des Theoderich befindet sich außerhalb der Stadtmauern in einem Park in unmittelbarer Nähe des Zentrums und gilt als die herausragendste Bauleistung einer Grablege der Ostgoten. Der Bau wurde 520 von Theoderich dem Großen als zukünftiges Grab in einem damals unbewohnten Gebiet nahe der den Goten vorbehaltenen Nekropole errichtet.
Das Bauwerk unterscheidet sich von allen anderen Architekturen Ravennas dadurch, nicht aus Ziegelsteinen, sondern aus Aurisina-Steinblöcken zu bestehen. In der byzantinischen Epoche wurde es als Kirche zu Ehren der Madonna genutzt und erhielt wegen der Nähe zum Hafen den Namen „Santa Maria ad Farum“ (Farum=Leuchturm).
Das Mausoleum präsentiert einen zehneckigen Grundriss. Die Gestaltung mit zentralem Grundriss nimmt die Typologie anderer römischer Mausoleen wieder auf, die sich durch zwei Geschosse auszeichnen: das erste ist außen zehneckig und weist Nischen mit gewaltigen, spitzbogenförmigen Bögen an jeder Seite auf, während der Innenraum einen kreuzförmigen Hohlraum bildet, der vielleicht als Grabkammer dienen sollte.

Das zweite Geschoss ist kleiner und über eine Außentreppe erreichbar. Es hat ebenfalls eine zehneckige Form, wird aber am Fries rund. Der Innenraum ist kreisförmig und hat nur eine Bogennische mit Kreuz. Heute befindet sich hier die Wanne aus rotem Porphyr, ohne obere Platte, die den Körper des Königs enthielt, dessen Gebeine während der byzantinischen Herrschaft fortgeschafft wurden.

Das Bemerkenswerteste am Bauwerk ist jedoch die Dachkuppel aus einem einzigen, riesigen, kalottenförmigen Monolithen. Auch dieser besteht aus Aurisina, hat einen Durchmesser von 10,76, eine Höhe von 3,09 m und ein Gewicht von ca. 230 Tonnen.

Er wurde auf dem Seeweg transportiert und mit zwölf Stein-Henkeln (Ösen) am Gebäude befestigt. Wie man es schaffte, den Monolithen auf dem Bauwerk zu positionieren, ist bis heute ungeklärt. Es werden zwei Vermutungen angestellt: die Dachkuppel könnte mit schrittweisem Bauvorgang des Gebäudes angehoben worden sein, oder die Architekten ließen eine Art Damm, ein „Schwimmbad“, um das fertige Mausoleum bauen und transportieren den Monolithen dann mit einem Floß bis zur Spitze.

Mit dieser letzten Besichtigung endet unsere Ravenna-Tour.
Geblendet von der Schönheit ihrer Mosaike und Bauwerke gehört Ravenna sicherlich zu den faszinierendsten Städten Italiens, die einen Besuch lohnen.

   

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